Verantwortung für privilegiertes Leben

Manchmal würden ich mich gern freikaufen, von der Verantwortung, so privilegiert zu leben. Wer in Europa als Frau nach dem Zweiten Weltkrieg geboren ist, hat enorme Chancen auf Bildung, Wohlstand, freie Entfaltung. Ja, ich weiß, nicht alle. Aber die meisten. Und doch wissen wir: Es hätte auch der Sudan sein können oder Syrien und wir wären es, die als Botschafter des weltweiten Elends an die Türen Europas klopfen würden als Bittstellerinnen. Und wir wissen auch: Wenn wir preiswert Kleidung einkaufen, ist sie zumeist von Frauen in Bangladesh oder Indien unter nicht akzeptablen Bedingungen produziert. Es gibt keinen Ablass für privilegiertes Leben. Die Antwort kann nur Engagement und Verantwortung sein in dem Bewusstsein, dass die Vorraussetzungen für ein „Leben in Fülle“ sehr ungerecht verteilt sind in dieser Welt.

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