Das Haus

Eine Komödie von Brian Parks

Adaptiert von René Heinersdorff

Deutsch von Peter und John von Düffel

Mit
Peter Bernhardt
Sebastian Gerasch
Gabriele Graf
Anja Klawun

Regie
Thomas Luft

Bühne und Kostüm
Monika Maria Cleres

Gastspiele
25. September bis
10. November 2019

Aufführungsrechte
Per H. Lauke Verlag, Hamburg

Preis
7.500 Euro
+ 10 % Tantieme, Gema, AVA, VA

Seit über 20 Jahren leben die Rotemunds schon in ihrem geliebten Eigenheim am idyllischen Stadtrand. Die Kinder sind aus dem Haus. Ein gutes Leben, eine gute Zeit. Bevor nun aber aus all dem Guten eine stille, langweilige Einöde wird, beschließen die beiden mutig, das Haus zu verkaufen und zu schauen, was das Leben im hinteren Drittel noch für sie bereithält. Leicht fällt ihnen diese Trennung nicht. Aber zum Glück hat man ja die beiden Lindners gefunden. Zwei wunderbare junge Menschen, die genau da stehen, wo die Rotemunds an diesem Platz vor vielen Jahren angefangen haben. Ihnen kann man das Haus mit gutem Gefühl verkaufen.

Die Verträge sind unterschrieben, die Koffer nahezu gepackt. Die Schlüsselübergabe soll nun auch symbolisch eine neue Zeit einläuten. Das will man in netter Runde mit einem guten Glas begießen.  Soweit alles bestens! Oder etwa nicht?

Zu Beginn überschlagen sich alle mit Komplimenten und Nettigkeiten. Alles ist wunderbar: das Haus, die Lage, die Nachbarn! Als Moritz Lindner aber, ganz nebenbei, fallen lässt, sie wollten manche Räume vielleicht doch rot streichen, löst das eine erste kleine Irritation aus. Aber wirklich nur eine kleine, noch ist alles völlig im Rahmen.

Der beneidenswerte Zuschauer darf nun einem unvergleichlichen Anschwellen unterdrückter Konflikte beiwohnen. Kleine Unhöflichkeiten steigern sich zu massiven Beleidigungen ohne Gnade und Tabus. Political Correctness war gestern. Die nun folgende apokalyptische Zimmerschlacht wird bis aufs äußerste geführt. Das Noch-Wohnzimmer der Rotemunds wird zur modernen Arena, in der vier Gladiatoren ums nackte Überleben kämpfen.

Grandios entwirft Brian Parks eine Konversation, die aber auch wirklich an allen Weichen  so falsch abbiegt, dass es eine pure Freude ist. Schwarz ist der Humor, rasant das Tempo. Ein Stück so unterhaltsam wie eine Mischung aus Yasmina und „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“.